20.10.2023
Die analoge Telefonie über Telefon- oder ISDN-Leitungen verliert zunehmend an Bedeutung. An ihre Stelle tritt Voice-over-IP (VoIP). Erfahren Sie, wie Ihr Unternehmen von der Sprachkommunikation über das Internet profitiert und worauf es bei VoIP-Telefonen ankommt.
VoIP steht für „Voice over Internet Protocol“. Dabei handelt es sich um eine Technologie, bei der die Sprachkommunikation über das Internet erfolgt. VoIP nutzt zur Übertragung der Sprachdatenpakete das Internet-Protokoll (IP). Dabei werden analoge Audiosignale in digitale Datenpakete umgewandelt, über das Internet verschickt und beim Empfänger wieder in Audiosignale transformiert.
Das Internet Protocol ist das Basis-Protokoll, um Datenpakete über das Internet zu übertragen – damit bildet es die Grundlage des Internets. Es ermöglicht die Kommunikation zwischen verschiedenen Geräten und Netzwerken durch die Adressierung und das Routing von Datenpaketen. Jedes Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, besitzt in der Regel eine eigene IP-Adresse.
Häufig handelt es sich bei der IP-Telefonie um cloudbasierte Kommunikationslösungen. Alternativ können Unternehmen sich für eine selbst gehostete On-Premises-Lösung entscheiden, die auf firmeneigenen Servern betrieben wird.
Statt auf herkömmliche Telefonleitungen angewiesen zu sein, ermöglicht VoIP die Übertragung von Sprache über das Internet oder andere IP-basierte Netzwerke. Grundlegend funktioniert das, indem analoge Sprachsignale durch ein Mikrofon erfasst und anschließend digitalisiert werden. Die Sprachdaten werden daraufhin in kleine Datenpakete aufgeteilt und mittels spezieller Protokolle, wie z. B. RTP (Real-Time Transport Protocol), über das Internet an einen Empfänger gesendet.
Während der Übertragung werden die Sprachpakete anhand der IP-Adressen des Absenders und Empfängers korrekt geroutet (zu Deutsch: „geführt“). Beim Empfänger werden die Datenpakete wieder entpackt und in analoge Signale zurückgewandelt, um sie hörbar zu machen. Das passiert so schnell, dass die kontinuierliche Datenübertragung eine nahezu Echtzeit-Sprachkommunikation zwischen den Parteien ermöglicht.
Die Datenpakete enthalten neben den Sprachdaten auch Informationen über die Quelle, das Ziel und die Sequenz der Daten. Die Sequenz beschreibt die richtige Anordnung der Datenpakete, die während der Übertragung beibehalten werden muss. Nur wenn die Pakete in der richtigen Reihenfolge ankommen und wieder zusammengesetzt werden, kann die Sprachkommunikation korrekt wiedergegeben werden.
Neben dem IP-Netz spielen dabei Netzwerkkomponenten wie Router, Switches, Load Balancer, Netzwerk-Switches, SIP-Trunk sowie weitere Protokolle eine Rolle.
IP-Telefonie bietet Unternehmen eine Reihe von Vorteilen:
Da es sich bei VoIP-Telefonanlagen um Softwarelösungen handelt, können Sie und Ihre Angestellten diese auf Computern oder Smartphones nutzen. Für den Einsatz im Büro kommen auch weiterhin Tischtelefone in Frage. Diese müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllen, damit sie mit VoIP-Technologie nutzbar sind.
Solche Geräte tragen die Bezeichnung VoIP-Telefon, IP-Telefon oder SIP-Telefon. Sie ähneln den bekannten analogen Telefonen optisch sehr, setzen aber auf einen Anschluss, der mit einer digitalen Datenleitung verbunden wird, statt mit der analogen Telefonleitung. Außerdem bieten sie durch ihre VoIP-Fähigkeit zahlreiche neue Möglichkeiten:
Verschiedene Branchen haben unterschiedliche Anforderungen an die Kommunikation und unter Umständen Bedarf an spezifischen Funktionen. Für die Auswahl eines passenden IP-Telefons ist also auch die Branche entscheidend, in der Ihr Unternehmen tätig ist.
Verfügen Sie über einen großen Kundenstamm, den Sie mit einem CRM-System verwalten, ist es sinnvoll, wenn Sie sowohl Ihre digitale Telefonanlage als auch die angeschlossenen Geräte mit Ihrem Kundenmanagementsystem verbinden.
Unternehmen im Gesundheitsbereich müssen IP-Telefonlösungen nach den strengen rechtlichen Vorschriften für Krankenhausinformationssysteme einrichten und nutzen. Hier empfehlen sich z. B. Lösungen, die eine besonders hohe Datensicherheit durch Verschlüsselung der Kommunikation bieten.
Um die für Ihr Unternehmen optimal passende VoIP-Telefonanlage und entsprechende Hardware zu finden, empfiehlt es sich zunächst Ihre Kriterien aufzulisten und anschließend nach entsprechenden Produkten zu suchen und Anbieter direkt nach diesen Anforderungen zu fragen.
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Für die Nutzung von VoIP ist entweder ein speziell für VoIP konzipiertes IP-Telefon oder ein Analog-Telefon-Adapter (ATA) erforderlich. Solche Adapter wandeln analoge in digitale Signale um und machen dadurch analoge Telefone per VoIP nutzbar. Der Funktionsumfang dedizierter IP-Telefone ist jedoch in der Regel größer.
Voraussetzung für die Nutzung von VoIP ist eine stabile Internetverbindung mit ausreichender Bandbreite für eine gute Sprachqualität. Zudem benötigen Sie eine VoIP-Telefonanlage. Nicht zuletzt benötigen Sie einen SIP-Trunk, der die Verbindung zwischen Telefonanlage und Endgeräten herstellt. Zudem benötigen Sie einen VoIP-Service-Provider, der das System betreut.
VoIP auf dem Handy lässt sich in der Regel mit einer VoIP-App nutzen, die es ermöglicht, Sprachanrufe über das Internet, statt über das herkömmliche Mobilfunknetz zu tätigen. Eine aktive Internetverbindung, sei es über WLAN oder mobile Daten, ist dabei erforderlich.
Diese Lösung ist nicht identisch mit WLAN-Telefonie, die zwar ebenfalls auf VoIP-Technologie setzt, dabei aber lediglich ein verfügbares WLAN-Netz statt des Mobilfunknetzes verwendet. Die Möglichkeiten einer VoIP-Telefonanlage stehen bei WLAN-Telefonie nicht zur Verfügung.
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