12.07.2023
Passwortsicherheit in kleinen und mittelständischen Unternehmen bringt mehr als den Schutz sensibler Unternehmensdaten. Wie Sie Ihre Passwortsicherheit erhöhen und warum eine effektive Passwortpolitik ein Wettbewerbsvorteil sein kann, lesen Sie hier.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen seit einiger Zeit verstärkt im Visier von Hackerangriffen. Einer der Gründe: Im Unternehmensnetzwerk finden sich Einfallstore, die den Zugriff auf sensible Daten ermöglichen.
Eine repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2022 beziffert den Schaden, der Unternehmen durch Cyberangriffe entstand, auf insgesamt rund 203 Milliarden Euro. Zwar schrumpfte die Gesamtsumme im Vergleich zum Vorjahr leicht (2021: 223 Milliarden Euro), die Zahl der betroffenen Unternehmen war mit 84 % jedoch alarmierend hoch.
Der Studie zufolge standen vor allem Daten Dritter im Fokus der Angreifer. In 68 % der Fälle waren Kommunikationsdaten (z. B. E-MaiIs) Ziel der Angriffe. 45 % der Cyberattacken zielten auf die Erbeutung von Kundendaten ab.
Zu größeren finanziellen Schäden kam es besonders durch Angriffe auf Passwörter – durch Phishing und Malware. 25 % der befragten Unternehmen gaben an, dass ihnen dadurch ein Schaden enstanden sei.
Um derartigen Verluste zu vorzubeugen, sollten Sie die Passwortsicherheit in Ihrem Unternehmen auf den Prüfstand stellen. Zusammengefasst ist eine starke Passwortpolitik für Ihr Unternehmen aus folgenden Gründen wichtig:
In kleinen und mittelständischen Betrieben bedarf es einer effektiven Passwortpolitik – unabhängig von der Zahl der Angestellten. Unterstützung dabei bietet beispielsweise ein Passwortmanager, der bei der Verwaltung von Zugangsdaten hilft. Folgende Schritte sollten Sie beim Erstellen von Passwörtern befolgen:
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Kennwortsicherheit in Ihrer Firma zu verbessern. Nachfolgend ein Blick auf die gängigsten Maßnahmen.
Brute-Force-Angriffe, Phishing und Credential-Stuffing: Hinter diesen teils martialisch klingenden Namen verbergen sich reale Cyberbedrohungen, die auch Ihr Unternehmen betreffen können. Im folgenden Abschnitt erfahren Sie mehr über diese Angriffe und mit welchen Maßnahmen zur Cybersicherheit sie diese abwehren können.
Das sind Brute-Force-Angriffe: Attacken, bei denen Unbefugte systematisch sämtliche Kombinationen für Zugangsdaten ausprobieren, um ein Passwort oder eine PIN zu erraten.
So erkennen Sie Brute-Force-Angriffe: Wiederholt fehlgeschlagene Anmeldeversuche, eine ungewöhnlich hohe Netzwerkaktivität sowie verdächtige Zugriffsanfragen sind typische Anzeichen für einen Brute-Force-Angriff.
So wehren Sie Brute-Force-Angriffe ab: Zum Schutz vor Cyberbedrohungen dieser Art sollten Sie komplexe Passwörter verwenden und Zugriffsbeschränkungen implementieren, die nach mehreren Fehlversuchen eine Sperrung auslösen. Auch der Einsatz sogenannter Captchas oder die Verwendung von IP-Sperren kann dazu beitragen, Brute-Force-Angriffe abzuwehren.
Das ist Phishing: Durch Phishing versuchen Unbefugte, sensible Informationen zu stehlen, indem sie etwa E-Mails mit schädlichen Links versenden. Klicken Sie auf solche Links, landen Sie meist auf gefälschten Webseiten, wo Sie aufgefordert werden, sensible Daten einzugeben, die von den Angreifenden erfasst werden.
So stellen Sie Phishing fest: Anzeichen für Phishing sind verdächtige E-Mails von unbekannten Absendern bzw. unerwartete Aufforderungen zur Aktualisierung von Kontoinformationen oder vermeintlich dringende Handlungsanweisungen.
So beugen Sie Phishing vor: Als Unternehmerin oder Unternehmer treten Sie Phishing entgegen, indem Sie Ihre Mitarbeitenden beispielsweise in Phishing-Schulungen aufklären und einen starken E-Mail-Filter in Ihrer Unternehmenskommunikation einsetzen.
Das ist Credential-Stuffing: Ein Angriff, bei dem gestohlene Kombinationen aus Benutzername und Passwort von einem Dienst an einem anderen Dienst ausprobiert werden, um sich unberechtigten Zugang zu sensiblen Daten zu verschaffen.
So identifizieren Sie Credential-Stuffing: Anzeichen für Credential-Stuffing können ungewöhnlich viele fehlgeschlagene Anmeldeversuche derselben IP-Adressen sein, aber auch verdächtige Benutzeraktivitäten insgesamt oder vermehrte Kontosperrungen.
So verhindern Sie Credential-Stuffing: Führen Sie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ein, um Credential-Stuffing zu erschweren. Zudem sollten Sie verdächtige Aktivitäten in Benutzerkonten proaktiv überwachen.
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Passwortsicherheit (in Unternehmen) bedeutet, Maßnahmen und Richtlinien zu implementieren, die den Schutz sensibler Unternehmensdaten durch die Nutzung von starken Passwörtern und flankierenden Sicherheitsmaßnahmen gewährleisten.
Die beste Methode, um Passwörter in Unternehmen zu schützen, ist eine Kombination aus mehreren Einzelmaßnahmen. Dazu zählen etwa klare Passwortrichtlinien, regelmäßige Schulungen der Belegschaft, der Einsatz von Passwortmanagement-Tools sowie die Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).
Passwortsicherheit ist für Unternehmerinnen und Unternehmer aus vielerlei Gründen wichtig: Einerseits zum Schutz sensibler Unternehmensdaten und zur Abwehr von Cyberangriffen. Andererseits auch zur Einhaltung von Compliance-Anforderungen sowie zur Wahrung der Reputation gegenüber Kundinnen und Kunden sowie Partnern und Stakeholdern.
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