18.08.2023
21 % der deutschen Unternehmen waren bereits Opfer einer DDoS-Attacke. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Jahr 2022 vom Branchenverband Bitkom e. V. veröffentlichte repräsentative Studie. Wir zeigen, woran Sie DDoS-Angriffe erkennen und wie Sie sich davor schützen können.
Das Kürzel DDoS steht für „Distributed Denial-of-Service“. Bei einer DDoS-Attacke (zu Deutsch: „verteilter Dienstverweigerungsangriff“) führen Angreifer mithilfe eines Rechnernetzwerks eine Überlastung Ihrer Server oder Online-Dienste herbei. Dafür bombardieren sie Ihr System förmlich mit einer überwältigenden Anzahl gleichzeitig eintreffender Anfragen. Ein typisches Resultat: Ihre Website oder Ihr Server ist vorübergehend nicht erreichbar. Ein Browser zeigt dann in der Regel einen der folgenden Fehler an:
DDoS-Attacken betreffen häufig entweder einzelne Komponenten einer IT-Infrastruktur (etwa Web- oder DNS-Server), aber auch Online-Ressourcen, die beispielsweise für Cloud-Computing benötigt werden. In manchen Fällen nehmen Angreifer die komplette Netzwerkinfrastruktur inklusive zugehöriger IoT-Anwendungen ins Visier. Im schlimmsten Fall ist Ihre gesamte IT-Struktur während solcher Cyberangriffe nicht mehr nutzbar.
Ein DDoS-Angriff auf Unternehmen läuft in der Regel in mehreren aufeinander folgenden Phasen ab:
In der Folge sind die betroffenen Websites und ggf. auch andere Dienste nicht mehr erreichbar. Ein Angriff kann mehrere Stunden oder sogar Tage andauern. Längerfristige Ausfallzeiten haben oft Umsatzverluste und auch einen Imageverlust zur Folge.
DDoS-Angriffe haben normalerweise nicht das Ziel, in das angegriffene System einzudringen und sensible Daten zu erbeuten. Allerdings dienen sie bisweilen als Werkzeug, um von anderen Cyberattacken abzulenken.
Angreifer können z. B. zeitgleich zur DDoS-Attacke die Systeme eines Unternehmens mit Ransomware oder anderer Schadsoftware infiltrieren. Solche Kombinationsangriffe stellen ein enormes Risiko für die Datensicherheit dar.
Eine DDoS-Attacke kann sich unterschiedlicher Methoden bedienen. Drei der wichtigsten Varianten sind:
Ziel aller Varianten ist es – mit unterschiedlichen Methoden – den legitimen Traffic zu blockieren oder zumindest stark zu verlangsamen.
Angriffe wie SYN Flood oder UDP Flood überlasten Ihre Netzwerkressourcen mit einer großen Anzahl von gefälschten Anfragen oder Datenpaketen, die möglichst lange unbeantwortet gelassen werden, sodass die Ressourcen des Zielservers immer weiter erschöpft werden. Andere Angriffsmethoden wie z. B. DNS Amplification oder Smurf erzeugen enorm hohen Traffic, um Ihr System zu überfluten.
DDoS-Angriffe frühzeitig zu erkennen ist der erste Schritt, um effektive Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Diese Anzeichen können Hinweise darauf sein, dass Ihr Unternehmen Ziel einer DDoS-Attacke ist:
Um Ihr Unternehmen effektiv vor DDoS-Attacken zu schützen, sollte Ihr Konzept für Cybersecurity auf eine Kombination aus passenden Lösungen und Sicherheitsrichtlinien setzen. Zu den wesentlichen Maßnahmen zählen:
Von auf IT-Sicherheit spezialisierten Unternehmen veröffentliche Zahlen legen nahe, dass sowohl die Anzahl der DDoS-Angriffe auf Unternehmen als auch ihre Intensität zunehmen. Die gute Nachricht: Die hier gelisteten Angriffe wurden erfolgreich abgewehrt.
Im August 2022 meldete Google den bis dahin größten DDoS-Angriff: Während der 69 Minuten andauernden Cyberattacke auf einen nicht näher genannten Kunden des Unternehmens, versendeten Angreifer in der Spitze bis zu 46 Millionen Anfragen pro Sekunde.
Eine DDoS-Attacke im dritten Quartal 2022 erreichte laut Cloudflare 2,5 Tbit/s. Gemessen an der Bitrate war dies der bis zu diesem Zeitpunkt größte vom Unternehmen verzeichnete DDoS-Angriff. Für die gegen einen Server des Videospiels Minecraft gerichtete Attacke nutzten die Angreifer eine Variante des 2016 entdeckten Mirai-Botnetzes.
Im Februar 2023 verzeichnete Cloudflare den aktuell wohl größten DDoS-Angriff aller Zeiten: Die Attacke soll u. a. einen populären Gaming-Provider sowie verschiedene Krypto-Unternehmen, Hoster und Cloud-Plattformen getroffen haben. Dabei versendeten Angreifer von insgesamt 30.000 IP-Adressen aus bis zu 71 Millionen Anfragen pro Sekunde.
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Eine DDoS-Attacke oder Distributed Denial-of-Service-Attacke ist ein Cyberangriff, bei dem Angreifer z. B. einen Server oder eine Website in kurzer Zeit mit einer hohen Anzahl von Anfragen fluten.
Hacker können mit einem DDoS-Angriff die Website oder andere Online-Dienste von Unternehmen bis hin zur gesamten Netzwerkinfrastruktur lahmlegen. Das macht DDoS-Angriffe sowohl für kleine und mittlere Unternehmen als auch große Betriebe zu einer ernsten Gefahr. Kombinationsangriffe, bei denen neben einem DDoS-Angriff weitere Cyberattacken erfolgen, können zudem z. B. die Datensicherheit kompromittieren und so zusätzliche Schäden verursachen.
Die Dauer von DDoS-Angriffen steigt: Viele Angriffe dauern nicht mehr nur Stunden, sondern oft mehrere Tage lang. Von Unternehmen wie Google oder Cloudflare veröffentlichte Daten zeigen, dass im Jahr 2022 die durchschnittliche Dauer eines DDoS-Angriffs auf zwei Tage anstieg. Der längste dokumentierte DDoS-Angriff bisher dauerte 29 Tage.
Ziel einer DDoS-Attacke ist es, eine Website oder eine andere Netzwerkressource mit Traffic so zu überlasten, dass die Verfügbarkeit des attackierten Dienstes oder Servers stark eingeschränkt oder komplett aufgehoben ist. Das ermöglicht in der Folge u. a. weitere cyberkriminelle Aktionen.
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